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Kunstkritik & Ausstellungsberichte aus der
Region Düsseldorf/Köln/Rheinland

Kunstkritik & Ausstellungsberichte

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Ausstellungsansicht "CHESS" von Till Bödeker, Weiden Space, Düsseldorf, Foto: Maxi Lorenz
photo by Maxi Lorenz

„Chess speaks for itself“, sagt Hans Niemann trocken und geht. Zuvor hatte er beim FTX Crypto Cup 2022 als am niedrigsten eingestufter Schachspieler gegen den damaligen Weltmeister Magnus Carlsen gewonnen. Niemanns vernichtender Sieg verblüffte die Schachwelt. Es wurden Vorwürfe laut, Niemann habe sich mittels vibrierender Analkugeln einen unfairen Vorteil verschafft.

Till Bödeker zitiert dieses denkwürdige Ereignis in einem Parfüm-Werbespot, der Teil seiner Ausstellung CHE$$ im Kunstraum Weiden Space ist. Im Mittelpunkt steht ein Parfüm namens CHESS. Es wird zum Verkauf angeboten und kann vor Ort oder online erworben werden. „CHESS Smells For Itself“ lautet der Slogan, demzufolge mit dem Duft des Parfüms bereits alles gesagt ist. Aber wonach riecht Schach? Nach nervösen Männern, Zigaretten und Kaffee? So jedenfalls nicht, die BesucherInnen der Ausstellung äußern unterschiedliche Eindrücke: Für manche riecht der Duft „animalisch“, für andere nach „dunklen Klostergängen“. Sein Geruch scheint schwer zu fassen zu sein. Mehr noch als bei der visuellen Kunst ist die olfaktorische Erfahrung sehr subjektiv.